Barbara Heier-Rainer: Ich bin eins mit meinen Kunstwerken

Für mich ist eine tiefgehende Erfahrung notwendig, um Dinge zu verstehen. Ein Kunstwerk ist einzigartig, wenn es authentisch ist, wenn die Künstler ihr Handwerk verstehen und wenn es seine Wirkung auf den Betrachter entfaltet – erklärt die Künstlerin Barbara Heier-Rainer, mit der wir über ihre Bilder aus der Serie „Bei Hämpels an der Wand” und über den Dialog zwischen Betrachter und Kunstwerk sprechen.

Dagmara Nawratek: Auf Ihrer Website heierkunst.de können Besucher lesen: „Ihre Kunst ist ein intellektuelles Spiel, ohne den Bezug zur Realität zu verlieren oder eine arrogante Haltung gegenüber dem Betrachter einzunehmen.“ Können Sie uns etwas mehr über dieses intellektuelle Spiel erzählen, das Sie mit den Betrachtern spielen?

Barbara Heier-Rainer: Diese Aussage bezieht sich nicht auf alle meine Werkgruppen; speziell trifft sie auf die Werkgruppe mit den Hirschen zu, die ich unter dem Titel „Bei Hämpels an der Wand“ ausgestellt hatte und für die ich den röhrenden Hirsch als Symbol für deutsche Bürgerlichkeit gewählt habe. Ich wollte auch dem kitschigen Bild im bürgerlichen Wohnzimmer etwas entgegensetzen. Letztendlich wurde diese Serie jedoch auch mehrdeutiger.

Sie haben verschiedene Adaptionen dieses Themas geschaffen. Haben Sie sich auch auf andere Referenzen gestützt?

Der Hirschkopf ist die Summer aller Hirschbilder meiner Erinnerung. Das Hirschbild ist auch von der Legende des Heiligen Hubertus beeinflusst, mein Bruder trägt diesen Namen. In den verschiedenen Adaptionen des Themas habe ich mich eher mit einem Klischee beschäftigt, für das ich ein Stereotyp entwickelt habe.

In diesen Gemälden beziehen Sie sich auch auf die Fabrikation. Die sich wiederholenden Silhouetten von Hirschköpfen enthalten jedoch eine völlig andere Füllung in Form verschiedener Kunstwerke, weshalb jedes von ihnen durch Authentizität, Originalität und Einzigartigkeit gekennzeichnet ist. Woher kam die Idee, diese beiden unterschiedlichen Konzepte in einem Kunstwerk zu kombinieren?

Experimentierfreude, Spaß und der Drang, Ideen weiterzuentwickeln, um zu sehen, was dabei herauskommt.

Was macht ein Kunstwerk in den Augen des Betrachters einzigartig? Kann der Betrachter als Rezipient eines Kunstwerks erwarten, dass sein Blick vom Kunstwerk erwidert wird?

Auf jeden Fall sollte das Kunstwerk den Blick erwidern. Für mich ist das ein Zeichen von Qualität. Wenn es keinen Dialog zwischen dem Betrachter und dem Werk gibt, ist es reine Dekoration. Leider ist es auch eine Tatsache, dass ich als Künstler diese Interaktion nicht mit allen Betrachtern erreiche, was mit der Persönlichkeit des Betrachters zu tun hat.

Wie nehmen Sie die Interaktionen mit den Zuschauern in Ihrer Heimatstadt Kelkheim wahr?

Ich bin nach wie vor sehr aktiv und habe regelmäßig Ausstellungen in meinem Kunstverein. Dort führt der Dialog zwischen Besuchern und mir zu einer Interaktion, die zu meinen Werken gehört. Erst dadurch ist meine Arbeit vollendet.

Interviewt von: Dagmara Nawratek, www.masterclassmagazine.com, pr@masterclassmagazine.com

Beantwortet von: Barbara Heier-Rainer, www.heierkunst.de, heier-rainer@t-online.de

Fotos von Barbara Heier-Rainer, www.heierkunst.de

Dagmara Nawratek

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