Dr. René Kanzler: Schmetterlinge – Kunstwerke der Natur

Ich habe viel über das Verhalten von Schmetterlingen gelernt und mit diesem Wissen war ich noch motivierter, mehr Zeit in der Natur Nordsachsens zu verbringen und immer wieder besondere Fotos zu machen. Wenn man Schmetterlinge fotografieren möchte, muss man aufmerksam sein und seine Chance nutzen. Oft hat das viel mit Glück zu tun. Ich weiß vorher nicht, ob ich heute einen besonderen Schmetterling sehen werde. Und selbst wenn ich ihn sehe, wird er sich heute so auf eine Blume setzen, dass ich ihn fotografieren kann? Letztendlich kommt es auf Ruhe, Geduld, Offenheit und eine Verbindung zwischen sich selbst und dem Ort an – bekennt der Fotografie-Enthusiast Dr. René Kanzler, dessen virtuelle Ausstellung in der in Torgau (Deutschland, Sachsen) gegründeten Internationalen Kunstgalerie „Elite Patronage“ zu bewundern ist.

Dagmara Nawratek: Die Fotos, die in der Internationalen Kunstgalerie „Elite Patronage“ gezeigt werden, wurden in der Region Nordsachsen aufgenommen. Was hat Sie an dieser Region so fasziniert, dass Sie sie für Ihre Fotoreisen ausgewählt haben?
René Kanzler: Nordsachsen war viele Jahre lang mein Wohn- und Arbeitsort. In meiner Freizeit liebte ich es, die Natur entlang der Elbe zu erkunden. Von Anfang an faszinierten mich die endlosen Weiten der Elbe, die Auen, die einsame, menschenleere Natur, die Gräser, Wiesen, Blumen, Bäume, Sträucher, Wälder und natürlich die Elbe selbst. Hier empfand ich so etwas wie künstlerische Freiheit und war immer inspiriert, neue Fotos zu machen – oder manchmal einfach nur die Natur auf meinem Fahrrad zu genießen. Schritt für Schritt lernte ich zum Beispiel viel über das Verhalten von Insekten und Vögeln. Mit diesem Wissen war ich noch motivierter, mehr Zeit in der Natur Nordsachsens zu verbringen und immer wieder besondere Fotos anzufertigen.
Verraten Sie uns doch bitte das Geheimnis, wie sich ein Naturfotograf auf eine Fotoreise auf der Suche nach der zwischen den Grashalmen verborgenen Schönheit vorbereitet.
Ich denke, das Wichtigste ist, sich vorher zu fragen, was man fotografieren möchte. Wenn ich beispielsweise Vögel, Schmetterlinge oder eine Landschaft fotografieren möchte, brauche ich verschiedene Objektive mit unterschiedlichen Eigenschaften und Brennweiten. Ein Objektiv bestimmt dann, wie man seine Umgebung während einer Fotoreise sieht und fotografiert. Wenn man zu viele Objektive dabeihat, kann man sich nicht richtig konzentrieren. Man wechselt ständig die Objektive, verpasst Gelegenheiten für ein gelungenes Foto und sieht die einzigartigen Dinge um sich herum nicht mehr. Ansonsten ist es entscheidend, an dem Ort anzukommen, an dem man fotografieren möchte. Das
bedeutet, dass man sich zunächst Zeit nehmen sollte, um den Ort zu erkunden, ihn kennenzulernen und zu genießen. Zum Beispiel möchte ich nach meiner Ankunft immer erst einmal ein wenig Ruhe und Frieden haben, dann möchte ich wissen, was es heute zu sehen gibt und in welchem Licht. Dann warte ich normalerweise noch ein wenig länger, damit der Ort auf mich wirken kann, bis ich sozusagen eine Resonanz zwischen mir und dem Ort in mir spüre. Wenn das der Fall ist, kommen mir Ideen für Fotos. Darüber hinaus sollte man jedoch einfach den jeweiligen Ort auf sich wirken lassen und geduldig sein. In der Naturfotografie kommt die Schönheit oft erst nach langem Warten. Dann muss man aufmerksam sein und seine Chance nutzen. Oft hat das viel mit Glück zu tun. Ich weiß vorher nicht, ob ich heute einen besonderen Schmetterling sehen werde. Und selbst wenn ich ihn sehe, wird er sich heute so auf eine Blume setzen, dass ich ihn fotografieren kann? Oft sieht man alles andere als das, was man gerne sehen möchte. Es lohnt sich, offen zu bleiben sowie zu sehen und zu verstehen, dass Schönheit sich nicht nur im gewünschten Fotoobjekt widerspiegelt, sondern in vielen anderen Dingen und Momenten. Letztendlich kommt es auf Ruhe, Geduld, Offenheit und eine Verbindung zwischen einem selbst und dem Ort an.
Was macht die Schmetterlingsfotografie so einzigartig und welche Herausforderungen sind damit verbunden?
Schmetterlinge sind unglaublich vielseitig. Sie haben alle möglichen Farben und Formen, sind anmutig, verspielt, lebhaft und jeder einzelne ist ein Kunstwerk der Natur. Man kann immer wieder dieselbe Schmetterlingsart fotografieren und dennoch neue und einzigartige Bilder schaffen, denn man kann nie vorhersagen, wie und wo man einem Schmetterling begegnen wird, wie er sich verhalten wird und ob man einen bestimmten Moment fotografisch einfangen kann. Es gibt Menschen, die Schmetterlinge in den frühen Morgenstunden fotografieren, weil Schmetterlinge aufgrund der Kälte nicht sehr aktiv sind.
Dann ist es recht einfach, sie zu fotografieren. Aber ich finde das langweilig. Für mich ist es eine größere Herausforderung, aktive Schmetterlinge zu fotografieren, weil ich sie dann zum Beispiel beim Sonnenbaden mit ausgebreiteten Flügeln oder bei der Nahrungssuche auf einer Blume zeigen kann. Wichtig ist, sie nicht zu erschrecken, sie in Ruhe zu lassen und ihnen ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. Das funktioniert nicht immer. Man muss sich ihnen nähern, und man sollte ihnen dabei auch ihren Freiraum lassen, wenn man merkt, dass sie ständig vor einem fliehen. Man braucht viel Geduld, gute Augen, Glück und auch etwas Körperkraft, um die Schmetterlinge aus verschiedenen Perspektiven fotografieren zu können. Es kommt zum Beispiel nicht selten vor, dass ich am nächsten Tag Muskelkater von all den Kniebeugen habe. Schließlich sollte man sein fotografisches Handwerk beherrschen. Man muss wissen, welches Objektiv man für welchen Zweck verwendet, welche Einstellungen man an der Kamera vornimmt und welche Perspektive man wählt. Diese handwerklichen Fähigkeiten müssen einem in Fleisch und Blut übergegangen sein, denn ein Schmetterling wartet normalerweise nicht auf einen. Wenn man ihn sieht, muss man vorsichtig, aber schnell handeln. Wenn man erst überlegt, welche Blende man einstellen soll, kann man leicht Fotomotive verpassen.
Auf welches Foto sind Sie besonders stolz? Welcher Schmetterling hat Ihnen beim Fotografieren am meisten Freude bereitet?
Letztendlich bin ich natürlich auf jedes Foto stolz, da hinter jedem viel Arbeit steckt. Am meisten freut mich jedoch das Foto eines Trauermantels. Das Foto befindet sich auf der zweiten Ebene, das zweite von links. Es zeigt einen Schmetterling mit braunen Flügeln, die gelb umrandet sind. Ich habe diesen Schmetterling nur einmal in meinem Leben gesehen und musste dafür einige Kilometer bergauf und über eine ziemlich lange Strecke radeln, um ihn zu finden. Aber die Tatsache, dass ich ihn gefunden und fotografieren konnte, macht mich sehr stolz.
Welche Schmetterlingsarten stehen noch auf Ihrer Wunschliste?
Gewöhnlich hätte ich auf diese Frage geantwortet, dass ich gerne wieder einen Schwalbenschwanz fotografieren würde. Ich habe diesen wunderschönen und außergewöhnlichen Schmetterling seit Jahren nicht mehr gesehen. Aber bei den Vorbereitungen für die Ausstellung hatte ich das große Glück, endlich wieder einen zu sehen. Als könnte es nicht besser kommen, saß er sogar auf Rapsblüten, was zu einem der schönsten Schmetterlingsfotos führte, die ich je gemacht habe. Jetzt fehlt mir nur noch ein Aurorafalter. Ich sehe ihn im Frühling recht häufig, aber leider konnte ich ihn noch nie fotografieren, da er immer sehr aktiv ist und schnell von Ort zu Ort fliegt. Aber seine weißen Flügel mit orangefarbenen Spitzen warten nur darauf, endlich fotografiert zu werden.
Dank dieser auffälligen Ausstellung können Fotografie-Enthusiasten aus aller Welt die Schönheit der Natur Nordsachsens bewundern. Aber nicht nur die Werbung für die Region ist der Vorteil der Online-Ausstellung. Welche weiteren Vorteile kann ein Fotograf gewinnen, wenn er sich entscheidet, seine Arbeiten in einem virtuellen Raum zu zeigen?
Die virtuelle Kunstgalerie „Elite Patronage“ unter der Medienpatenschaft des Magazins „Masterclass. Business & Art“ ermöglicht es mir, meine Fotos weltweit in einem äußerst ansprechenden Ambiente zu präsentieren. Gleichzeitig hat man das Gefühl, eine echte Galerie zu betreten und eine echte Ausstellung zu besuchen. Das kann jeder jederzeit und überall tun. Das kann viele Besucher anziehen, die mir im besten Fall dann ihr Feedback schicken oder eine Zusammenarbeit mit mir beginnen möchten. Als Marketinginstrument ist diese virtuelle Galerie unschlagbar. Gleichzeitig ermöglicht sie mir, meine Sicht auf die Welt, meine Wahrnehmung von Schönheit und die Szenen und Besonderheiten unserer Natur zu vermitteln und Besucher vielleicht zu motivieren, sich mehr für Kunst und Natur zu
interessieren.
Nicht nur Ausstellungen, sondern auch Theaterpremieren, Opern, Ballette und viele andere kulturelle Veranstaltungen wurden während der Corona-Pandemie ins Internet verlegt, was von Kunstliebhabern mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. Der Bedarf an solchen Online-Kulturveranstaltungen besteht nach wie vor, da sie insbesondere älteren und kranken Menschen einen regelmäßigen Kontakt mit Kunst ermöglichen. Was macht virtuelle Kunstgalerien noch so einzigartig und beliebt?
Das Gute an der Digitalisierung und den damit verbundenen digitalen Ausstellungen ist, dass Kunstwerke weltweit für jeden mit einer Internetverbindung zugänglich sind. Kunst und Kultur können regional, überregional, national und international gezeigt werden. Es besteht das Potenzial für Künstler, sich besser zu vernetzen und gegenseitig zu inspirieren. Gleichzeitig können mehr Kunstinvestoren gefunden werden, die die jeweiligen Kunstwerke sonst nie bemerkt hätten, weil sie in einer Ausstellung in einer namenlosen Kleinstadt gezeigt wurden. Schließlich können viel mehr Menschen mit Kunst und Kultur in Berührung kommen. Virtuelle Kunstgalerien leisten daher auch einen wichtigen Beitrag zur Bildungsförderung. Besucher können ihren Horizont erweitern, sich besser und individueller mit verschiedenen Themen auseinandersetzen und ihre ästhetische Wahrnehmung schärfen. Virtuelle Kunstgalerien können auf vielen Ebenen positive Effekte erzielen und Besucher sowie Förderer und Kooperationspartner anziehen.
Wir laden Sie herzlich zur Ausstellung von Dr. René Kanzler ein. Klicken Sie hier und genießen Sie seine Fotografien.
Interview geführt von: Dagmara Nawratek, www.masterclassmagazine.de, pr@masterclassmagazine.com
Fragen beantwortet von: Dr. René Kanzler, www.rene-kanzler.com, info@rene-kanzler.com
Fotos von (oben nach unten) Dagmara Nawratek, René Kanzler

